Frances Verter: Zu wenige Eltern wissen über Nabelschnurblut Bescheid

Freitag, 25. Januar 2013

Im Dezember 2012 wäre Shai Verter zehn Jahre alt geworden. Doch an dem Tag, als sie in die Schule kommen sollte, verlor sie den jahrelangen Kampf gegen ihren bösartigen Tumor – auch, weil lange Zeit kein passender Stammzellspender gefunden werden konnte.

Nach ihrem Tod gründete ihre Mutter Frances Verter die „Parents Guide to Cord Blood Foundation“ mit dem Ziel, werdende Eltern über die Konservierung von Stammzellen aus Nabelschnurblut zu informieren. Heute ist Frances Verter, die die unabhängige Webseite http://parentsguidecordblood.org/betreibt, eine der Spezialistinnen auf dem Gebiet der Nabelschnurbluteinlagerung und Forschung mit Nabelschnurblut.

Bei einem Besuch bei der neuseeländischen Cord Bank in Auckland, gab Frances Verter dieses beeindruckende Interview. „Wenn Shai heute noch leben würde, wäre sie mir sehr ähnlich, denn sie war eine Kämpferin.“ Bei dem kleinen Mädchen wurde im Alter von 11 Monaten ein Weichteiltumor diagnostiziert, woraufhin sie eine Reihe verschiedener schwerer Behandlungen durchlief: Chemotherapie, Bestrahlung, Stammzelltransplantation und mehrere Operationen.

Mutter Frances reist mit ihr durch das ganze Land, auf der Suche nach den besten Ärzten und den neuesten Behandlungsmethoden. Sie verbringt mehr Zeit im Krankenhaus als irgendwo sonst, denn sie hatte sich geschworen zu kämpfen. Bei ihren Recherchen stößt Frances Verter auch auf Nabelschnurblut, das bei der Geburt entnommen und für Jahrzehnte aufbewahrt werden kann. Sie bezeichnet es als „Sicherheitsnetz“.

„Das Problem ist, dass werdende Eltern noch nie von Nabelschnurblut gehört haben. Sie wissen nicht, dass in der Nabelschnur Stammzellen enthalten sind und dass es sehr einfach ist, einige Milliliter des Blutes zu entnehmen, welches Millionen von Stammzellen enthält“, so Verter. „Die Frauen wissen über Verhütung Bescheid, warum nicht über die Nabelschnurbluteinlagerung? Die Menschen machen sich über den Kinderwagen Gedanken oder welche Farbe das Kinderzimmer haben soll, aber nicht darüber, dass sie die Stammzellen ihres Kindes sichern sollten.“

Diese Forderungen werden unterstützt von einer Reihe Studien, die den Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut zur Behandlung von kindlichen Hirnschädigungen untersuchen. „Viele der behandelten Kinder zeigen eine dramatische Verbesserung.“ Und Verter weist auch darauf hin, dass gerade im Alter die Notwendigkeit einer Behandlung mit Stammzellen auf 1:200 ansteigt, vor allem zur Therapie von Krebserkrankungen.

Frances Verter möchte dazu beitragen, dass Eltern eine informierte Entscheidung über die Einlagerung von Nabelschnurblut treffen und sammelt seit 1998 auf ihrer Webseite alle Informationen zu diesem Thema. „Für viele Jahre war das ein Hobby für mich, ich hatte noch einen Ganztagsjob als Wissenschaftlerin bei der NASA  und habe die Webseite nebenbei betreut.“ Heute hat die Webseite mehr als eine halbe Million Besucher im Monat. „Ich habe das Gefühl, dass ich so etwas für Shai tun kann, auch wenn ich sie nicht retten konnte, und versuche anderen Menschen in ihrem Namen zu helfen. Das ist meine Art, die Erinnerung an sie lebendig zu halten.“

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