Hoffnung für Herzkranke dank Stammzelltherapie
Dienstag, 4. Mai 2010
Seit Jahren verfolgen der Herzchirurg Prof. Dr. Gustav Steinhoff von der Uniklinik Rostock und sein Team einen innovativen Therapieansatz bei Patienten mit Herzinfarkt. Sie setzen dabei auf die Selbstheilungskräfte unseres Körpers, indem sie Stammzellen aus dem Knochenmark entnehmen und diese direkt in den geschädigten Herzmuskel injizieren – eine Behandlungsmethode, die auch mit Stammzellen aus dem Nabelschnurblut denkbar ist.
Das Video zeigt Wissenschaftler des Referenz- und Translationszentrums
für kardiale Stammzelltherapie (RTC) der Universität Rostock, die erforschen, wie Stammzellen funktionieren und wie diese für die Therapie eingesetzt werden können. Das RTC führt Grundlagen-, klinische und angewandte Forschung zusammen, wobei Experten aus ganz Deutschland beteiligt sind.
Seit 2001 wurden in Rostock bereits mehr als 100 Herzinfarkt-Patienten mit ihren eigenen Stammzellen behandelt. ”Wir können mit exakten, objektiven Methoden nachweisen, dass nach einer Stammzellbehandlung das Herz des behandelten Patienten besser pumpt”, so PD Dr. Klaus Wagner, Chefarzt am Klinikum Südstadt.
Das Video zeigt die Aufbereitung der Knochenmarks-Stammzellen und deren Vorbereitung für die Anwendung. Zwei Milliliter mit etwa fünf Millionen Zellen werden dem Patienten direkt in den kranken Herzmuskel gespritzt und sollen dort die Ursache der Herzschwäche behandeln. Durch die Stammzellen werden neue Blutgefäße gebildet, die dafür sorgen, dass das Herz in wenigen Wochen besser durchblutet wird. Mit Nabelschnurblut-Stammzellen wurden im Tierversuch die gleichen Effekte bei der Behandlung von einem Schlaganfall beobachtet.
Sollte die klinische Phase III Studie die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie belegen, könnte der Weg frei werden für die EU-Zulassung sowie die Erstattung der Behandlung durch die Krankenkassen und damit für die standardmäßige Therapie aller Herzinfarktpatienten. Wenn den betroffenen Patienten in einigen Jahrzehnten ihr eigenes Nabelschnurblut als Stammzellquelle zur Verfügung steht, könnte dies als Alternative zu Stammzellen aus dem Knochenmark zum Einsatz kommen.
Tags: Herz, Nabelschnurblut, Stammzellen

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