Letzte Chance Nabelschnurblut

Montag, 14. Januar 2013

Für eine 68-jährige Frau aus Mittelfranken war eine Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut die letzte Chance, ihre Leukämie zu heilen. Wie der Beitrag des Bayrischen Fernsehens in Frankenschau aktuell schildert, suchen die behandelnden Ärzte monatelang weltweit nach einem passenden Knochenmarkspender.

Jedoch wird nur für etwa 7 von 10 Patienten auch wirklich ein solcher Lebensretter gefunden – so auch bei Renate Mark. Ein eigentlich passender Stammzellspender aus Italien stand nicht mehr zur Verfügung und die eigene Tochter wies nicht die richtigen Gewebemerkmale auf.

So gingen die Ärzte am Uniklinikum Erlangen einen innovativen Weg: In der angeschlossenen Nabelschnurblutbank befand sich ein passendes Präparat für Renate Mark. Ein Glücksfall, denn derzeit verfügt die öffentliche Nabelschnurblutbank nur über rund 1.000 eingelagerte Präparate.  Weltweit stehen aktuell etwa 500.000 gespendete Nabelschnurblutpräparate für eine Stammzellbehandlung zur Verfügung. (Quelle: http://www.nabelschnurblut.org/nabelschnurblut-aktuelle-forschungsaktivitaten/in-nabelschnurblut-banken-weltweit-lagern-500-000-proben/1588)

Nabelschnurblut ist reich an jungen, vitalen Stammzellen. Es kann kurz nach der Geburt ohne Beeinträchtigungen für Mutter oder Kind aufgefangen und bei Temperaturen von rund minus 180 Grad über viele Jahre konserviert werden. Werdende Eltern können sich vor der Geburt entscheiden das Nabelschnurblut an eine öffentliche Nabelschnurblutbank ,wie die des Uniklinikums Erlangen zu spenden oder es bei einem privaten Anbieter für das eigene Kind zu konservieren.

Beim Einsatz von Nabelschnurblut zur Behandlung von Leukämie oder auch anderen Krebserkrankungen wird dieses dem Patienten im Anschluss an eine hochdosierte Chemotherapie per Infusion verabreicht. Die darin enthaltenen blutbildenden Stammzellen suchen sich ihren Weg ins geschädigte Knochenmark und beginnen hier sofort mit dem Aufbau eines neuen Immunsystems. Auch die Transplantation von zwei verschiedenen Nabelschnurblutpräparaten ist möglich, eines wird dann im Laufe der Zeit die Führung übernehmen.

An der Uniklinik Erlangen war Renate Mark 2009 die erste Patientin, die mit gespendetem Nabelschnurblut behandelt wurde und so den Blutkrebs besiegen konnte. Bis heute konnte hier sechs weiteren Menschen auf diese Weise geholfen werden, weltweit sind es mehr als 20.000. (Quelle: http://www.nabelschnurblut.org/nabelschnurblut-aktuelle-forschungsaktivitaten/in-nabelschnurblut-banken-weltweit-lagern-500-000-proben/1588)

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