Nabelschnurblut für Nelly

Mittwoch, 4. September 2013

Die Schwangerschaft von Mariana Vadoviovci aus der Slowakei verlief völlig problemlos. Weil aber aus ihrer und der Familie ihres Mannes Enrico zahlreiche Verwandte an Krebs erkrankten, entschieden sich die werdenden Eltern für die Einlagerung des Nabelschnurbluts ihrer Tochter Nelly.

Ein emotionales Video der österreichischen Nabelschnurblutbank Cord Blood Center zeigt die Geschichte der kleinen Nelly, die einen Hirnschaden erlitt und in die USA reiste, um an einer Studie der Duke University teilzunehmen, die ihr hoffentlich hilft.

Zunächst sah alles nach einer Bilderbuch-Geburt aus, doch Nelly blieb im Geburtskanal stecken und musste von den Geburtsärzten schließlich mit der Zange entbunden werden. bei diesem lebensbedrohenden Eingriff erlitt die Tochter einen Sauerstoffmangel im Gehirn, der jedoch zunächst nicht diagnostiziert wurde.

Erst nach über einem Jahr erhielten Mariana und Enrico die schockierende Diagnose: „Hirnschaden“. Seitdem ist Nelly in ständiger Behandlung und erhält Bewegungstherapien. Im Alter von fünf Jahren kann sie mit Hilfestellung laufen, ihre sprachliche Entwicklung ist jedoch stark verzögert.

Als die Familie von der Möglichkeit erfährt, dass Nelly mit ihrem eingelagerten Nabelschnurblut behandelt werden könnte, sind sie zunächst unsicher, ob sie die Transplantation finanzieren können. Dank eines Hilfsprogramms der Nabelschnurblutbank ist die Finanzierung sichergestellt und Nelly kann mit ihren liebevollen Eltern in die USA reisen.

Nach Voruntersuchungen erhält das Mädchen eine erste Infusion – ob diese ihr Nabelschnurblut enthält bleibt jedoch vorerst unklar. Denn die Studie der Duke University unter der Leitung von Dr. Joanne Kurtzberg beinhaltet eine Versuchs- und eine Kontrollgruppe. Beide Gruppen erhalten ihr Nabelschnurblut, jedoch zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten. Und weil die Studie eine Doppel-Blind-Studie ist, wissen weder Patient noch Arzt, wer zu welchem Zeitpunkt Nabelschnurblut oder ein Placebo erhält.

Sollte Nelly ihr Nabelschnurblut erhalten haben, kann es dennoch mehrere Monate dauern, bis Effekte der Transplantation sichtbar werden. Ein Jahr nach der ihrem ersten Aufenthalt wird Nelly erneut in die USA reisen, um dann die zweite Infusion zu erhalten.
Wir werden weiter darüber berichten.

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