Nabelschnurblut kann auch Erwachsene heilen
Mittwoch, 22. April 2009
Dass es hilfreich sein kann, das Nabelschnurblut bei der Geburt eines Babys aufzubewahren, um später im Falle eines Falles verschiedene Krankheiten damit zu behandeln, ist keine bloße Theorie oder reine Zukunftsmusik. Immer wieder gibt es konkrete Fälle, in denen das Blut benötigt wird. Einige Menschen, die ihr Leben oder ihre Gesundheit dem Nabelschnurblut verdanken, begegnen Ihnen in diesem Video. Zu Wort kommen beispielsweise Eltern, deren Kinder erfolgreich mit ihrem eigenen Blut therapiert wurden. Aber Nabelschnurblut kann auch kranken Erwachsenen helfen. Das beweist der Fall der Leukämiepatientin Patrizia Durante aus Montreal: Ihr defektes Knochenmark wurde restlos entfernt und mit Hilfe von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut ihrer Tochter ersetzt. Diese bildeten ein neues, gesundes Mark. Auf diese Weise konnte die Kanadierin vollständig von ihrer Blutkrebserkrankung geheilt werden.
In Zukunft dürfte das Anwendungsgebiet des Blutes aus der Nabelschnur immer breiter werden, wie im Video erläutert wird. So arbeitet die Forschung zum Beispiel an Methoden, um Herzinfarktpatienten mit dem wertvollen Blut zu therapieren. Das könnte möglich werden, indem auf Basis der im Nabelschnurblut enthaltenen mesenchymalen Stammzellen Herzmuskelgewebe in der Petrischale gezüchtet wird. Dieses würde dann nach einem Infarkt transplantiert, um die Pumpleistung des Organs zu verbessern.
Wie der hier gezeigte Film einer kanadischen Nabelschnurblutbank außerdem hervorhebt, werden Stammzellen in Teilen der öffentlichen Diskussion immer noch fälschlicherweise mit embryonalen Stammzellen gleichgesetzt. Dabei liegen die Unterschiede klar auf der Hand: Um Stammzellen zu therapeutischen Zwecken zu gewinnen, müssen keine Embryonen zerstört werden. Denn das Nabelschnurblut stellt eine ethisch unbedenkliche Alternativquelle dar. Dieses bei der Geburt zu entnehmen, ist auch gesundheitlich vollkommen unproblematisch und schmerzfrei. Zudem geht der dafür notwendige Vorgang, der von geschultem Krankenhauspersonal durchgeführt wird, schnell und einfach vonstatten. Nach der Entnahme wird das Blut in spezialisierten Nabelschnurblutbanken bei minus 196 Grad Celsius eingelagert. Wie das genau aussieht, zeigen die Bilder im Video.
Tags: Nabelschnurblut, Stammzellen, Stammzelltransplantation, Transplantation

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