Stammzellen aus Nabelschnurblut: Einsatz nach Schlaganfall

Freitag, 8. Mai 2009

Dass Nabelschnurblut nicht mehr im Klinikmüll landet, dringt in immer mehr Köpfe von Medizinern und Hebammen. Doch noch immer wissen vor allem Eltern nichts von der Möglichkeit Nabelschnurblut einzulagern, geschweige denn, dass die Stammzellen im Nabelschnurblut ein großes Potenzial haben: Nämlich die Fähigkeit, sich in sehr viele Zellarten des Körpers zu entwickeln. Damit sind die Zellen aus der Nabelschnur des neugeborenen Babys eine gute Quelle, um Krankheiten zu heilen oder beschädigte Organe wieder herzustellen.

Das Video ist ein Mitschnitt aus dem amerikanischen Fernsehen. In den USA ist das Thema Nabelschnurblut (engl. umbilical cord blood) oft in den Medien. Diese klären auf und berichten über Erfolgsgeschichten bei der Anwendung: Aktuell handelt es sich um Emma Jabs. Das kleine Mädchen erlitt vor drei Jahren mitten in der Nacht einen Schlaganfall, der sie teilweise lähmte. Zunächst wurde der Vorfall mit Physiotherapie behandelt, doch die Eltern Carrie und Michael Jabs gingen einen Schritt weiter und entschieden sich für eine neue Technologie – die Stammzell-Transplantation.

Glücklicherweise hatten sie das Nabelschnurblut ihrer Tochter bei der Geburt einfrieren lassen. ”Ich habe nicht drüber nachgedacht, es jemals zu brauchen, ich wollte es einfach nur aufbewahren”, sagt Carrie Jabs im Interview. Ihr Mann Michael ergänzt: ”Es ist wie eine Versicherung”. Das Blut aus der Nabelschnur ist voll von Stammzellen. Tom Moore, ”Vater” der amerikanischen und dazu größten Nabelschnurblutbank weltweit – Cord Blood Registry – erklärt eine Besonderheit der Zellen: ”Sie sind in der Lage, den Ort der Verletzung zu erkennen, bewegen sich dorthin und nehmen die Reparatur vor.” Nach der Transplantation ihrer eigenen Stammzellen macht Emma erstaunliche Fortschritte in ihrer Entwicklung, so wie viele andere Menschen, denen durch Nabelschnurblut schon geholfen wurde. Doch immer wieder werden Stimmen laut, die gegen die private Einlagerung von Nabelschnurblut gerichtet sind, da der Preis einfach zu hoch sei. Im Fall der Jabs wurden ihre Aufwendungen jedoch in einer Art und Weise zurückgezahlt, die nicht messbar ist.

Videoquelle: Youtube

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4 Kommentare »

  1. Nabelschnurblut - Blick hinter die Kulissen » Nabelschnurblut: Kongress zur Stammzellforschung

    [...] Unter anderem geht es dabei um klinische Studien aus der Anwendungspraxis und um die Fähigkeit von Stammzellen, sich in verschiedene Zelltypen zu [...]

  2. Frank

    Nur zur Info: In Deutschland gibt es auch Ärzte, die sich mit der Behandlung von Hirnschäden bei Kindern – hier speziell frühgeborenen Kindern – mittels Stammzellen aus Nabelschnurblut beschäftigen. Ein paar Infos unter: http://www.frauenklinik-uni-bochum.de/ws/pj_forschung_arbeit_stammzellforschung.php

  3. Nabelschnurblut: Experten im Gespräch » Zweiter Anwendungsfall von Nabelschnurblut in Bochum

    [...] lassen die Wissenschaft zu dem Schluss kommen, dass die Stammzellen aus Nabelschnurblut einen positiven Effekt auf die geschädigten Regionen im Gehirn ausüben. Zum einen gehen die Forscher davon aus, dass die [...]

  4. Nabelschnurblut - Blick hinter die Kulissen » 15 Monate alter Arthur auf dem Weg der Besserung

    [...] Kontrolle kann man nach etwa zwei Jahren von Heilung sprechen. Auch bei Udo Elsen (49) wurde mit Stammzellen aus dem Nabelschnurblut therapiert. Bei ihm wurde eine Blutkrankheit diagnostiziert. Nach einem Spendenmarathon konnte [...]

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