Erstmals rote Blutkörperchen aus Stammzellen hergestellt

Mittwoch, 28. September 2011

Wissenschaftler aus Frankreich haben ein spezielles Verfahren zur Herstellung von Blut entwickelt. Mit Hilfe von Stammzellen ist es ihnen gelungen, große Mengen roter Blutkörperchen (Erythrozyten) zu züchten und diese einem Patienten zu verabreichen. In dem Beitrag von euronews  wird das Verfahren erläutert, bei dem Stammzellen aus dem Knochenmark zum Einsatz kamen. Hier könnten aber auch Stammzellen aus dem Nabelschnurblut genutzt werden.

Studienleiter Prof. Luc Douay von der „Pierre und Marie Curie Universität“ in Paris veröffentlichte in einer aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Blood die Ergebnisse des zweistufigen Verfahrens, das an die natürliche Blutproduktion im Knochenmark angelehnt ist. Dazu wurden zunächst die blutbildenden Stammzellen aus dem Knochenmark eines menschlichen Spenders isoliert und in einer speziellen Nährlösung kultiviert. Anschließend fügten die Wissenschaftler so genannte Stromazellen bei, die die Differenzierung der Stammzellen in voll funktionsfähige rote Blutkörperchen anregten.

Die Zellen waren in der Lage, Sauerstoff aufzunehmen und abzugeben und sich wenn nötig zu verformen. Aus einer Stammzelle konnten die Forscher zwei Millionen Blutzellen herstellen. Die gezüchteten Blutzellen wurden dem Spender zurück übertragen und zeigten in dessen Körper schließlich eine natürliche Lebensdauer von mehr als 26 Tagen. Die Herausforderung für die Forscher ist nun, dieses Verfahren in die Industrie zu übertragen, um es für die massenhafte Herstellung von roten Blutkörperchen aus Stammzellen anzuwenden.

Blut ist ein wichtiger Stoff für Forschungen und natürlich bei der medizinischen Versorgung von Unfällen oder bei Operationen. Blutspenden sind daher wichtig. Jedoch ist mit der Übertragung von Spenderblut auch immer das Risiko verbunden, dass Erkrankungen mit übertragen werden könnten. Zudem lässt die Bereitschaft zur Blutspende seit Jahren nach, so dass ein Mangel an Spendepräparaten herrscht. Der Ansatz der französischen Wissenschaftler könnte nun die Abhängigkeit von Blutspenden minimieren.

Tags: , , ,



Kommentar schreiben

*