Hilfe bei Leukämie mit Nabelschnurblut-Stammzellen

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Der Beitrag des ARD-Mittagsmagazins erzählt die Geschichte der 69-jährigen Renate. Sie erhielt im März eine erschütternde Diagnose: Leukämie und geschätzte sechs Wochen verbleibender Lebenszeit. In der Uniklinik Erlangen wartete sie auf einen Knochenmarkspender. Als kein geeigneter Spender gefunden werden konnte, war ihre letzte Chance eine Nabelschnurblut-Transplantation.

Nabelschnurblut-Transplantationen bei Leukämie werden immer häufiger.Nabelschnurblut enthält sehr viele und gesunde Stammzellen. Es kann bei der Geburt eines Kindes einfach gewonnen und viele Jahre konserviert werden.

Bei Kindern wird die Übertragung von Stammzellen aus Nabelschnurblut bei Leukämie bereits vielfach angewendet, bei Erwachsenen ist das zumindestens in Deutschland bislang eher die Ausnahme. Renate war eine von 20 erwachsenen Patienten, bei der eine Nabelschnurblut-Transplantation durchgeführt wurde – mit Erfolg.

Die Ärzte in Erlangen wollen künftig vermehrt Nabelschnurblut-Stammzellen bei der Behandlung von erwachsenen Leukämiepatienten nach einer hochdosierten Chemotherapie einsetzen. Dabei wird aufgrund der benötigten Zellmenge in der Regel  das Nabelschnurblut von zwei Spendern genutzt. Das Plazentablut ist reich an Stammzellen, die in der Lage sind, das durch die Chemotherapie zerstörte blutbildende System wieder herzustellen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Stammzellen aus diesem Blut in einem Organismus anwachsen, liegt zehnmal höher als bei Stammzellen aus dem Knochenmark. Professor Dr. Andreas Mackensen, Leiter der internistischen Onkologie der Unklinik Erlangen: „Nach einer Transfusion dieser Zellen über einen venösen Zugang wandern diese Zellen ins Knochenmark, setzen sich dort fest und fangen nach einer gewissen Zeit an zu arbeiten und letztendlich ein neues Knochenmark aufzubauen.“

Bei über 95 Prozent aller Geburten wird die Nabelschnur mit den wertvollen Stammzellen nach der Entbindung entsorgt. Dabei könnte sie Leben retten wie im Fall von Renate.

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