Kleiner Bruder spendet Schwester Nabelschnurblut

Mittwoch, 15. Februar 2012

Ein an Sichelzellenanämie leidendes Mädchen in den USA konnte durch das Nabelschnurblut ihres kleinen Bruders geheilt werden. Schon kurz nach der Geburt der kleinen Carol erfolgte die Diagnose: Sichelzellenanämie in ihrer schwersten Form. Bei der Sichelzellenanämie handelt es sich um eine Erbkrankheit des blutbildenden Systems, von der insbesondere die afrikanisch-stämmige Bevölkerung betroffen ist. Einzige Chance auf vollständige Heilung bietet die Stammzelltransplantation.

In den darauffolgenden Jahren durchlitt die kleine Carol die typischen Ausprägungen der Krankheit: durch Verklumpen des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin wurden Durchblutungsstörungen und Blutarmut hervorgerufen.

Im Alter von sechs Jahren verschlimmerten sich die Symptome. Gefäßverstopfungen in den verschiedenen Organen gingen einher mit schweren Schmerzattacken und Gewebszerstörungen (Infarkte). Carol lief Gefahr, an einer solchen Attacke zu sterben.

Als die Mutter von Carol zwei Jahre nach deren Geburt wieder schwanger wurde, entschloss sie sich auf Anraten der Ärzte, das Nabelschnurblut des zweiten Sohnes einlagern zu lassen. Die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut wurden dann zur Transplantation für Carol eingesetzt.

Die Transplantation lief erfolgreich. Inzwischen ist Carol gesund und seit drei Jahren symptomfrei. Damit ist Carol nicht die einzige Patientin, die durch die Entwicklungen auf dem Gebiet von Stammzellen aus Nabelschnurblut profitiert. Laut den Angaben der nordamerikanischen Nabelschnurblutbank Cord Blood Registry, bei der das Blut von Carols Bruder eingelagert war, werden Stammzellen aus Nabelschnurblut inzwischen für 80 verschiedene Krankheiten eingesetzt, darunter Formen von Leukämie, Immunkrankheiten und Erkrankungen des blutbildenden Systems.

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