Nabelschnurblut bei kindlichem Hirnschaden: Videoserie der Ruhr-Universität Bochum (Teil 2)

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Im Januar 2009 behandelten Bochumer Ärzte einen Zweieinhalbjährigen, der an einer schweren Zerebralparese litt, mit seinem eigenen Nabelschnurblut. In einer jüngst veröffentlichten sechsteiligen Videoserie wird die Entwicklung des Patienten von der Voruntersuchung bis zwei Jahre nach der Behandlung dokumentiert. Dies ist der zweite Teil, den Artikel über die ersten filmischen Dokumentationen der RUB-Videoserie finden Sie hier.

Der  dritte Teil und vierte Teil der sechsteiligen Videoserie zeigen die Entwicklung des Jungen zwei Jahre nach der Behandlung. Der nun Viereinhalbjährige kann mit Hilfe eines Lauftrainers selbständig gehen. Er zeigt ein besseres Verständnis und kann deutlich auf Fragen antworten. Die Feinmotorik hat sich in beiden Händen und den Fingern deutlich verbessert, so dass er in der Lage ist, ein ferngesteuertes Auto zu bedienen. Beim Spielen auf dem Boden kann er selbständig sitzen. Der behandelnde Arzt Prof. Dr. med. Arne Jensen zeigt sich überrascht über die positive Entwicklung des Jungen.

Video fünf und sechs sind MRT-Aufnahmen mit und ohne Kontrastmittel vor der Nabelschnurblut-Transplantation. Das Gehirnzeigt hier 14 Tage nach einem globalem Sauerstoffmangel des Gehirns einen massiven Hirnschaden.

Die Bochumer Ärzte haben den Jungen insgesamt vier Jahre nach der Nabelschnurblut-Transplantation beobachtet, kürzlich ist er in die Schule gekommen. Dieser Fall war für Jensen der Ansporn, einen Verein zur Bekämpfung der zerebralen Kinderlähmung zu gründen. Auf der Webseite des Vereins STOP-CP bei Kindern! – Kampf der zerebralen Kinderlähmung! e.V.  ist zu lesen: „Diese einzig wirksame Therapieoption bei zerebraler Kinderlähmung muss nach unserer Meinung dringend in die Medizin eingeführt werden, damit das schwere Schicksal dieser Kinder und ihrer Familien gelindert werden kann.“

Am 3. Dezember 2013, dem Internationalen Tag für Menschen mit Behinderung, sind die Bilder des lachenden Jungen auch zum „Biomedical pictureoftheday“ gekürt worden.



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